50 Jahre Ehe mit einem Narzissten – wie ich das überlebt habe

Nach 50 Jahren mit einem Narzissten – warum ich mit 68 noch einmal gegangen bin

Manchmal braucht es viele Jahre, bis wir erkennen, dass etwas in unserem Leben nicht mehr zu uns passt.

Und manchmal wissen wir es vielleicht längst – aber wir haben noch nicht den Mut, die Kraft oder den richtigen Zeitpunkt gefunden, etwas zu verändern.

Ich war 50 Jahre mit einem Mann verheiratet, den ich heute als Narzissten bezeichnen würde.

Lange Zeit wollte ich darüber überhaupt nicht öffentlich sprechen. Mein Mann ist inzwischen verstorben und ich habe meinen Frieden mit ihm und mit unserer gemeinsamen Geschichte gefunden.

Ich dachte: Warum soll ich Vergangenes wieder hervorholen?

Doch dann wurde ich gefragt, ob ich an einem Buch über Narzissmus und toxische Beziehungen mitwirken möchte.

Und ich begann noch einmal darüber nachzudenken.

Vielleicht kann meine Geschichte anderen Menschen helfen.

Vielleicht gibt es Frauen oder Männer, die seit Jahrzehnten in einer Beziehung leben und tief in ihrem Inneren spüren:

So möchte ich nicht mehr weiterleben.

Ein charmanter Mann, den alle mochten

Mein Mann konnte unglaublich charmant sein.

Er war intelligent, gebildet, hatte gute Umgangsformen und einen ausgesprochen guten Geschmack. Er konnte Menschen für sich gewinnen und stand sehr gerne im Mittelpunkt.

Viele Menschen mochten und bewunderten ihn.

Und ich?

Ich stand häufig eher in seinem Schatten.

Trotzdem gab mir diese Beziehung lange Zeit auch Halt.

Als wir zusammenkamen, befand ich mich selbst in einer schwierigen Lebensphase. Meine Herkunftsfamilie war auseinandergebrochen und mein Mann gab mir damals etwas, das ich dringend brauchte:

Sicherheit und Halt.

Deshalb möchte ich meine Ehe heute auch nicht einfach in „gut“ oder „schlecht“ einteilen.

Das Leben ist selten so einfach.

Ich kümmerte mich – und stellte mich selbst zurück

Mein Mann war sehr anspruchsvoll.

Beim Essen, beim Wein, bei seiner Kleidung und eigentlich bei allem, was zu seinem Leben gehörte, war für ihn nur das Beste gut genug.

Und auch in unserer Beziehung war irgendwann eine Rollenverteilung entstanden:

Er sagte, was er brauchte – und ich kümmerte mich darum.

Ich organisierte, erledigte und machte.

Manchmal dachte ich durchaus: Das ist mir eigentlich zu viel.

Und trotzdem machte ich weiter.

Jahr für Jahr.

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Man gewöhnt sich an bestimmte Rollen in einer Beziehung. Man funktioniert. Man übernimmt Verantwortung. Und irgendwann fragt man sich gar nicht mehr, ob das, was man jeden Tag tut, eigentlich noch das eigene Leben ist.

Doch während er stehen blieb, entwickelte ich mich weiter

Im Rückblick sehe ich aber noch etwas anderes.

Diese schwierigen Jahre haben mich auch verändert.

Ich wurde selbstständiger.

Ich entwickelte mehr Selbstvertrauen.

Ich wurde stärker.

Und je älter ich wurde, desto deutlicher spürte ich diese Veränderung.

Irgendwann hatte ich das Gefühl:

Ich entwickle mich weiter – aber unsere Beziehung entwickelt sich nicht mit.

Unsere Vorstellungen vom Leben passten immer weniger zusammen.

Und plötzlich stellte sich eine Frage, die ich sehr lange verdrängt hatte:

Will ich den Rest meines Lebens wirklich so verbringen?

Zehn Jahre lang habe ich mit mir gekämpft

Eine solche Entscheidung trifft man nach Jahrzehnten gemeinsamer Ehe nicht von heute auf morgen.

Bei mir dauerte dieser innere Prozess ungefähr zehn Jahre.

Immer wieder fragte ich mich:

Soll ich gehen?

Soll ich bleiben?

Darf ich nach so vielen gemeinsamen Jahren überhaupt noch einmal mein eigenes Leben wählen?

Und natürlich hatte ich Angst vor den Konsequenzen.

Mein Mann war Rechtsanwalt. Ich wusste, dass eine Trennung nicht einfach werden würde.

Also blieb ich.

Bis zu dem Moment, an dem ich wusste:

Jetzt muss ich gehen.

Ich war 68 Jahre alt.

Mit 68 war mein Leben noch nicht vorbei

Dieser Gedanke ist mir heute besonders wichtig.

Mit 68 hätte ich sagen können:

Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr.

Wir waren schließlich schon so lange verheiratet.

Warum sollte ich in diesem Alter noch einmal alles verändern?

Doch irgendwann wusste ich:

Wenn ich jetzt nicht gehe, verliere ich mich selbst.

Und so habe ich den Schritt gewagt.

Nicht mit 30.

Nicht mit 40.

Sondern mit 68 Jahren.

Und genau deshalb erzähle ich heute meine Geschichte.

Denn ich glaube, dass wir uns viel zu häufig einreden, für Veränderungen sei es irgendwann zu spät.

Zu spät für einen Neuanfang.

Zu spät für ein anderes Leben.

Zu spät, um sich aus einer Beziehung zu lösen.

Zu spät, um endlich die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Aber wer bestimmt eigentlich, wann es zu spät ist?

Du darfst dich auch im Alter noch für dich entscheiden

Heute sehe ich meine Vergangenheit mit anderen Augen.

Ich möchte nicht 50 Jahre meines Lebens schlechtreden.

Es gab schöne Zeiten. Es gab schwierige Zeiten. Es gab Erfahrungen, die mich geprägt haben.

Und es gab Entwicklungen, durch die ich zu der Frau geworden bin, die ich heute bin.

Aber ich habe auch etwas gelernt:

Nur weil wir sehr lange einen bestimmten Weg gegangen sind, müssen wir ihn nicht bis zum Ende weitergehen.

Vielleicht betrifft das bei dir gar keine Partnerschaft.

Vielleicht ist es eine Freundschaft.

Eine Wohnsituation.

Eine Aufgabe.

Eine Erwartung anderer Menschen.

Oder einfach ein Leben, von dem du irgendwann merkst:

Das bin nicht mehr ich.

Gerade im dritten Lebensabschnitt dürfen wir uns diese Frage stellen:

Wie möchte ICH die Jahre leben, die vor mir liegen?

Nicht: Was erwarten andere von mir?

Nicht: Was habe ich die letzten 30 oder 50 Jahre gemacht?

Sondern:

Was möchte ich heute?

Der Herbst des Lebens darf ein Neuanfang sein 🌿

Für mich bedeutet selbstbestimmt älter zu werden nicht, dass immer alles leicht sein muss.

Es bedeutet, sich selbst nicht aufzugeben.

Es bedeutet, hinzuschauen.

Und manchmal bedeutet es auch, eine Entscheidung zu treffen, vor der man jahrelang Angst hatte.

Ich war 68, als ich diesen Schritt gegangen bin.

Und mein Leben war damit nicht zu Ende.

Im Gegenteil.

Es begann ein neuer Abschnitt.

Deshalb möchte ich dir Mut machen:

🌿 Du bist nicht zu alt, um dein Leben zu verändern.

🌿 Du bist nicht zu alt, um dich weiterzuentwickeln.

🌿 Und du bist nicht zu alt, um noch einmal neu aufzublühen.


🎥 Mein Video: 50 Jahre mit einem Narzissten

In meinem neuen Video erzähle ich sehr persönlich über meine Ehe, über die Jahre an der Seite eines narzisstischen Partners und darüber, warum ich so lange geblieben bin.

Und ich erzähle davon, wie ich schließlich mit 68 an den Punkt kam, an dem ich wusste:

Ich muss gehen.

Im nächsten Video erzähle ich dir, wie ich diesen Schritt tatsächlich geschafft habe.

👉 Hier kannst du dir das Video ansehen:
https://youtu.be/n4jTgiZyBGk

Mich interessiert auch deine Geschichte:

Hast du selbst eine toxische oder narzisstisch geprägte Beziehung erlebt? Vielleicht sogar über viele Jahre oder Jahrzehnte?

Wenn du darüber sprechen möchtest, schreib deine Erfahrung gerne unter das Video in die Kommentare.

Denn genau diese Erfahrungen können auch anderen Menschen zeigen:

Ich bin nicht allein. Und Veränderung ist möglich.


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